Hosting weiterzuverkaufen wirkt einfach: groß mieten, aufteilen, verkaufen. Die Mechanik funktioniert, doch über das Geschäft entscheidet weniger die Marge als das, was Sie bereit sind zu tragen. Hier das ehrliche Bild.
Die drei möglichen Modelle
Web-Reseller (Plesk). Sie erhalten einen Plesk-Bereich mit einem Kontingent an Kundenkonten. Jedes hat eigenes Panel, eigene Domains und Datenbanken. Das ist das einfachste Modell im Betrieb: Der Hoster verwaltet das System, Sie die Konten.
VPS-Reseller (Proxmox). Sie mieten einen Cluster-Anteil und erstellen eigene virtuelle Maschinen. Viel mehr Freiheit und viel mehr Verantwortung: Sie administrieren die VMs, die Sie verkaufen.
Gameserver-Reseller (Pterodactyl). Ein VPS mit vorinstalliertem Panel, auf dem Sie Spielinstanzen aufteilen. Der dynamischste Markt — und der anspruchsvollste beim Wochenend-Support.
| Web-Reseller | VPS-Reseller | Pterodactyl-Reseller | |
|---|---|---|---|
| Einstieg | 5,99 € | 18,99 € | 5,00 € |
| Erforderliches Können | Gering | Hoch | Mittel |
| Supportaufwand | Mittel | Hoch | Hoch |
Was Ihre Marge tatsächlich bestimmt
Die Bruttomarge ist leicht zu rechnen: Verkaufspreis minus Infrastrukturkosten. Dort entscheidet sich die Rentabilität aber nicht.
Der echte Kostenfaktor ist die Supportzeit. Ein 5-€-Kunde, der drei Tickets im Monat eröffnet, verbraucht mehr als seine Jahresmarge. Deshalb geben viele Reseller nach sechs Monaten auf: Sie haben das Fragenaufkommen unterschätzt.
Pflichten, die man zu spät entdeckt
Hosting weiterzuverkaufen macht Sie im rechtlichen Sinn zum Hoster. In Frankreich bedeutet das unter anderem:
- Eine veröffentlichte Identität. Vollständiges Impressum mit Angabe des Betreibers.
- Vertragsbedingungen. Selbst verfasste AGB und Nutzungsbedingungen, nicht beim Wettbewerb kopiert.
- Eine erreichbare Abuse-Adresse. Sie müssen Meldungen zu rechtswidrigen Inhalten bearbeiten können.
- DSGVO-Konformität. Verarbeitungsverzeichnis, Datenschutzerklärung, Bearbeitung von Auskunftsanfragen.
- Eine angemeldete Struktur. Einzelunternehmen, Gesellschaft oder Verein: Ohne eine solche zu fakturieren, ist keine Option.
Wie man startet, ohne auszubrennen
- Klein anfangen. Der Einstiegstarif reicht für zehn bis zwanzig Kunden. Steigen Sie auf, wenn die Kontingente voll sind, nicht früher.
- Preise mit einkalkuliertem Support. Ein zu niedriger Preis zieht die anspruchsvollsten Kunden an.
- Dokumentieren, bevor Sie verkaufen. Jede einmal aufgeschriebene Frage müssen Sie nie wieder erklären.
- Abrechnung automatisieren. Lösungen wie WHMCS oder ClientXCMS sparen Ihnen jeden Monat Stunden.
- Ihr eigenes Angebot testen. Kaufen Sie bei sich selbst, installieren Sie eine Website, eröffnen Sie ein Ticket. So erleben Sie, was Ihre Kunden erleben.
Was Sie von Ihrem Lieferanten erwarten sollten
Vier Dinge, alle vor Vertragsschluss verhandelbar:
- Echtes White-Labeling: Ihre Kunden dürfen den Namen des Lieferanten nie sehen.
- Support, der Ihnen antwortet, zur Infrastruktur, nicht Ihren Kunden.
- Raum für Wachstum ohne Migration und ohne Unterbrechung.
- Eine klare Missbrauchspolitik, wenn einer Ihrer Kunden auffällt: Sperrung dieses Kunden, nicht Ihres gesamten Dienstes.
Unsere Reseller-Angebote decken alle drei Modelle ab, mit White-Label-Panel und sofortiger Bereitstellung.